Die 2 wichtigsten Bausteine, um Eure privaten Finanzen zu ordnen – Haushaltsbuch und Jahresplanung (Budgetierung)

Erinnert Ihr Euch noch an die Situation vor der Geburt Eurer Kinder? Beide gehen Arbeiten und als Einzelner und als Paar kann man sich vieles Gönnen, ohne auf jeden Cent zu schauen. Am Monatsende ist keine Ebbe in der Kasse und es kann gespart werden. Nicht umsonst werden DINK`s (Double Income No Kids) von den Marketingprofis als Top-Zielgruppe definiert.

Mit der Geburt unseres ersten Kindes änderte sich diese Situation schlagartig. In der Regel fällt ein Gehalt (zumindest zeitweise) weg, der Ausgleich in Form des Elterngeldes sowie des Kindergeldes, ist geringer. Die Einnahmenseite verkleinert sich.

Folgende Fragen kommen dann auf:

  • Werden wir uns mit der neuen Situation einschränken müssen?
  • Welcher Sommerurlaub kommt in Frage – 5 Sterne oder nur noch 3 Sterne?
  • Können wir unsere Träume und Investitionen für dieses Jahr realisieren?
  • Können wir Dinge optimieren oder bezahlen wir für Dinge, die wir nicht mehr nutzen?

Zeit, seine privaten Finanzen zu ordnen und sich einen Überblick zu verschaffen. Wir können Euch dies nur ans Herz legen, um genau diese und viele weitere Fragen damit zu beantworten.

Hier zeigen wir Euch, mit welchen 2 Bausteinen wir dies umsetzen:

  1. Haushaltsbuch
  2. Jahresplanung

1. Haushaltsbuch

Das Haushaltsbuch klingt wie aus einer Zeit, in der die Gummistiefel noch aus Holz waren. Es klingt altbacken und angestaubt. Wollt Ihr jedoch wirklich wissen, für welche Bereiche Ihr Euer hart verdientes Geld ausgegeben habt, so bleibt nur die konsequente Erfassung Eurer Einnahmen und Ausgaben in einem Haushaltsbuch.

Das Haushaltsbuch ist immer ein Blick in den Rückspiegel. Wieviel Geld haben wir in der Vergangenheit für was ausgegeben, aber auch wieviel haben wir womit eingenommen.

Die Pflege eines Haushaltsbuches erfordert Disziplin und kostet auch Zeit. Aber mit den richtigen Tools und dem richtigen Detailgrad hält sich dies in Grenzen.

Hierfür gibt es unzählige Apps, mir gefallen Bluecoins Finanzen & Haushalt (Android) oder Money Manager (Android und IOS) recht gut.

Vorteile der Apps:

  • meist könnt Ihr Eure Bankkonten direkt anbinden und die Umsätze werden automatisch abgefragt
  • die so erzeugten Umsätze werden automatisch vor-kategorisiert

Nachteile der Apps:

  • geringe Anpassungsfähigkeit
  • Zugriff der Apps auf Eure Bankkonten (es sind sichere Verbindungen, nur nicht jeder möchte dies)
  • teils unübersichtlich aufgrund des begrenzten Bildschirms

Wir nutzen jedoch keine Apps zur Führung des Haushaltsbuches. Wir nutzen eine Excel Tabelle.

Vorteile der Excel Lösung:

  • gute Übersichtlichkeit
  • individuell anpassbar
  • auf dem eigenen Rechner und auf keinem Server

Nachteile der Excel Lösung:

  • aufwändiger, da keine automatische Übernahme der Buchungen
  • nicht in der „Hosentasche“ verfügbar

Für beide Lösungen gilt:

Alle Buchungen außerhalb der Konten (Barzahlungen) müssen manuell gepflegt werden.

Tipp von uns:

Zahlt so viel wie möglich bargeldlos, dann könnt ihr Euch sogar die Barerfassung sparen. Bei uns machen Bar-Buchungen nur 5% der Ausgaben aus. Damit ersparen wir uns einen enormen Aufwand in der Erfassung und verlieren gleichzeitig nur wenig an Genauigkeit. Hierzu ein wahres Zitat aus der IT:

Die ersten 90 Prozent des Codes benötigen die ersten 90 Prozent der Entwicklungsdauer. Die verbleibenden 10 Prozent des Codes benötigen die anderen 90 Prozent der Entwicklungsdauer.

Tom Cargill, Bell Laboratories

Das Haushaltsbuch ist der 1. Schritt, um Eure privaten Finanzen zu ordnen.

2. Jahresplanung

Um die Jahresplanung zu erstellen, ist unserer Erfahrung nach ein Haushaltsbuch Grundvoraussetzung. Wollt Ihr nicht ein volles Jahr warten, bis Ihr die Daten gesammelt habt, so ist das Haushaltsbuch auch gut auf Basis der Buchungen aus Euren Bankkonten zu erstellen (siehe Zitat oben).

Für uns ist die Jahresplanung ein sehr spannender Teil. Wir machen diese, wie der Name schon sagt,  einmal im Jahr in der ruhigen Zeit um den Jahreswechsel. Dabei ist es wichtig, dass Ihr es gemeinsam macht (siehe unser Tipps für eine ausgeglichene Beziehung).

Wir besprechen gemeinsam die Planwerte je Einnahmen- und Ausgabenkategorie und legen fest, was uns im Folgejahr wichtig ist.

Für die Einnahmen stellen sich dabei bspw. folgende Fragen:

  • Gibt es eine Gehalterhöhung?
  • Gibt es sonstige Veränderungen?

Für die Ausgaben stellen sich bspw. folgende Fragen:

  • Welche fixen Ausgaben haben wir, ändern sich diese?
  • Welche variablen Ausgaben haben wir? Gibt es hier Optimierungsbedarf?
  • Welche Sonderausgaben haben wir?
    • Wann und wohin wollen wir in den Urlaub?
    • Haben wir größere Anschaffungen vor?

Über die Festlegung dieser Punkte sehen wir genau, ob wir noch Spielraum für Weiteres haben, ob wir Dinge verschieben müssen, ob wir an die Rücklagen gehen oder diese ausbauen können.

Anhand dieser Jahresplanung richten wir uns aus und verproben diese monatlich anhand der tatsächlichen Entwicklung.

Tipp von uns:

Solltet Ihr mit dem Gedanken spielen, eine größere Anschaffung zu tätigen (Wohneigentum, Kraftfahrzeug,…) so helfen Euch diese Instrumente immens weiter.

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3 Antworten

  1. Michael sagt:

    Super Blog! Sehr interessante Beitraege- ich freu mich schon auf die Naechsten!
    Greets from Boston, MA

  1. 17. Oktober 2021

    […] Situation verschaffen könnt. Es ist neben dem Haushaltsbuch der nächste Baustein unserer Finanzplanung in unserem Unternehmen […]

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